2008-01-16 14:58:00

"Der Pflegeberuf ist den Menschen am Nächsten!"

Pflegliche Worte zum Pflegeberuf von Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Seidl, Pflegewissenschafterin und Institutsvorständin des Institus für Pflegewissenschaft an der Universität Wien

Foto Dr. Seidl

"Der Pflegeberuf ist den Menschen am Nächsten!"

Einer Kollegin, die sichtlich etwas gedrückt ist, der es schlecht geht oder einem Kollegen in einer schwierigen Situation möchte ich Folgendes sagen:

 "Ich würde den Beruf wieder wählen. Ich will dir sagen warum: Es ist die Pflege, wie wir sie heute verstehen, etwas so Bereicherndes für uns. Wir wachsen an unserer Aufgabe. Wir haben so viele Chancen, neues Wissen einzusetzen, neue Haltungen zu gewinnen. Wir sind die Berufsgruppe, die am Privilegiertesten ist – aufgrund der permanenten Lernmöglichkeiten, aber auch aufgrund der Nähe zum Menschen.  

Keinem Beruf steht der Mensch so nahe wie uns Pflegenden. Mit seinem Körper, mit seiner Schwäche, mit all seiner Ungeschütztheit, die wir beschützend begleiten können. Wir werden in Zukunft auf unseren Beruf sehr stolz sein. Wir werden stolz darauf sein, dass wir nicht nur der größte „Player“ im Gesundheitswesen sind (damit meine ich die Zahl. In Deutschland gibt es bereits eine Million professionell Pflegender. Man stelle sich vor, wenn sich eine Million auf den Weg macht, um die Menschen besser zu versorgen …), sondern auch weil unser Beruf der mächtigste Beruf ist, in der Hinsicht dass er viel Macht hat, diese aber auch weitergeben kann.

Die Macht zu teilen, ist die weibliche Form, Macht auszuüben, "power to". Die männliche Form von Macht ist eher ein "power over". Du hast also die Möglichkeit, dein Wissen, deine Macht, die aus dem Wissen kommt, zu teilen: "power to" – und du wirst sehen, wie alle Menschen mit dieser "Power", dieser positiven Kraft leben können, wie ihr Leben sich verändert, wie du lebensspendend wirkst und bist."

Download:  Das gesamte Interview
mit Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Seidl
 (PDF | 143 KB) 

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