Im Jahre 1950 wurde - initiiert vom Wiener Frauenkomitee und der Sozialistischen Partei - die große Ausstellung "Die Frau und ihre Wohnung" veranstaltet. 117.300 BesucherInnen kamen vom 2. bis 26. Dezember 1950 in den Wiener Messepalast, um sich über moderne, kostengünstige Zweckmöbel, sogenannte "SW" (soziales Wohnen)-Möbel und sinnvolle Wohnungseinrichtung zu informieren. Das Interesse war so groß, dass die Schauräume mehrmals wegen Überfüllung polizeilich gesperrt werden mußten. In den folgenden Jahren wurden diverse Ausstellungen und Sonderschauen gezeigt. Unter anderem zu den Themen "Sicherheit im Heim", "Textilien in der Wohnung" und eine Sonderschau "Für die invalide und körperbehinderte Hausfrau".
Der eigentliche Geburtstag des Vereins "Die Frau und ihre Wohnung" war der 22. Jänner 1958. Zu den Gründerinnen des Vereins gehörten Schella Hanzlik und Bettina Hirsch, die schon bei der Gestaltung der Ausstellung „Die Frau und ihre Wohnung“ mitgewirkt hatten.
Der Verein wurde unter anderem zum Zweck der „Wahrung und Vertretung der ideellen und materiellen Interessen und Rechte der Hausfrau in der Familie und im öffentlichen Leben“ gegründet.
Diese Themen wurden in Kursen, Vorträgen, Ausstellungen und Zeitschriften vermittelt.
War zu Beginn geplant, die Haushaltshilfen nur in Krisenfällen, z.B. bei Erkrankung der Hausfrau, einzusetzen, wurde bald klar, dass auch ältere, chronisch kranke und behinderte Menschen dauerhafte Unterstützung brauchen. Damit wandelte sich das psychologische Selbstverständnis von der Haushaltshilfe zur Heimhilfe in ihrer heutigen Bedeutung. Die Betreuung ständig versorgungsbedürftiger Personen trat gegenüber dem kurzfristigen „Katastropheneinsatz“ in den Vordergrund.
Die Anfänge der Aktion „Essen auf Rädern“ reichen in das Jahr 1968 zurück. Im Rahmen der SPÖ-Frauenzentralkonferenz brachten die Ottakringer Sozialistinnen einen Antrag ein, in dem sie die Ausweitung der Betreuung älterer und alleinstehender Menschen forderten. Dieser Antrag beinhaltete außerdem auch die Einführung eines neuen Dienstes: „Hauszustellung von Mahlzeiten für alte und gebrechliche Leute“.
Die Ottakringer Sozialistinnen warteten nicht auf politische Entscheidungen, sondern handelten schnell und begannen mit der Aktion „Mittagessen-Zustelldienst“. Die Initiatorin, Schella Hanzlik (damals Wiener SPÖ-Frauensekretärin), berichtete 1969 in der Vorstandssitzung des Vereins „Die Frau und ihre Wohnung“, dass sie bereits 26 Essen zustellen. Die Aktion wurde durch Mundpropaganda bald auch in anderen Bezirken populär.
Nur durch das persönliche Engagement einiger Frauen konnte dieser neue Dienst, den immer mehr Menschen in Anspruch nehmen wollten, aufrechterhalten werden.
Schella Hanzlik, die vorerst keine finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde Wien erwarten konnte, kaufte kurzerhand - von ihrem privaten Geld - die letzten 600 Geschirrgarnituren einer Metallwarenfabrik.
Das Essen wurde von der WÖK (Wiener öffentliche Küche) geholt und anfangs von Heimhelferinnen zugestellt, ein Menü kostete 14 Schilling.
Schließlich - nachdem der in Ottakring begonnene Versuch erfolgreich angelaufen war und alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen waren - wurde von der zuständigen Stadträtin, Maria Jacobi, die Arbeitsgemeinschaft „Essen auf Rädern“ gegründet. Dieser gehörten neben dem Verein „Die Frau und ihre Wohnung“ auch die Wiener Volkshilfe sowie die Caritas an.
1974 wurde auf Initiative der damaligen Vorsitzenden des Vereins, Johanna Dohnal, der „Besuchsdienst“ gegründet. Es war ihr ein großes Anliegen, „der Vereinsamung alter Menschen entgegenzuwirken“. Die Gemeinde Wien stand dieser Idee sehr positiv gegenüber und war auch bereit, das Projekt zu finanzieren. Zu den Aufgaben der BesucherInnen gehörten unter anderem die Begleitung bei Arzt- und Ambulanzbesuchen, zu Ämtern, bei Spaziergängen und Einkäufen, aber auch Kartenspielen, Vorlesen oder „Plaudern.“
Die besuchten Personen mussten keinen Kostenbeitrag leisten, und anfangs erhielten die BesucherInnen - die großteils PensionistInnen waren - auch nur eine geringe Aufwandsentschädigung.
Aufgrund der enormen Nachfrage wurden 1986 neben den geringfügig beschäftigten BesucherInnen auch voll- bzw. teilzeitbeschäftigte MitarbeiterInnen aufgenommen (fixes Arbeitsverhältnis). Diese erhielten berufsbegleitend eine 100-stündige Ausbildung, die nur in unserem Verein durchgeführt wurde.
Nach der Einführung des Pflegegeldes im Jahr 1993 wurde der Besuchsdienst für die Klienten kostenpflichtig. Viele verzichteten daraufhin auf den Besuchsdienst. Dies machte neue Überlegungen notwendig und führte zu neuen Schwerpunkten in dieser Dienstleistung.
Im Jahr 1975 erweiterte der Verein abermals sein Angebot an Sozialen Dienstleistungen.
Der Bedarf an Unterstützung bei schweren Hausarbeiten, die über das Tätigkeitsfeld der Heimhelferinnen hinausgingen, wie z.B. Fensterputzen, Teppiche reinigen, Vorhänge abnehmen etc., stieg ständig. Dies führte auf Initiative der damaligen Vorstandsvorsitzenden Johanna Dohnal zur Gründung des „Reinigungsdienstes“.
Zu Beginn stellte der Verein vier MitarbeiterInnen ein, zu deren Unterstützung noch im Gründungsjahr ein Bus für den Transport der Arbeitsbehelfe angeschafft wurde.
Die betreuten Personen nahmen das neue Angebot sehr stark in Anspruch, sodass im zweiten Jahr bereits neun Reinigungskräfte tätig waren. Die Zahl der Einsätze stieg weiter an und erreichte im Jahr 1992 ihren Höhepunkt: 127 Reinigungskräfte leisteten 28.008 Einsatzstunden.
In den folgenden Jahren war die Situation durch beträchtliche Einbrüche gekennzeichnet: 1993 war ein Rückgang von 3% zu verzeichnen, 1995 waren es bereits 18%. Wie beim Besuchsdienst machte sich auch hier die Einführung des Pflegegeldes bemerkbar.
Eine Forderung der SPÖ-Frauen, die bereits in die 60er Jahre zurückreicht, konnte mit der Gründung des Dienstes „Kinderpflege daheim“ im Jahr 1985 durch die engagierte Arbeit der damaligen SPÖ-Frauensekretärin und Vorsitzenden des Vereins, Elisabeth Dittrich, und einer Gruppe von Frauen des SPÖ-Frauensekretariates erfüllt werden.
Die Idee, die dahinterstand, beinhaltete zwei wichtige Aspekte:
1. berufstätige Eltern - vor allem aber Alleinerzieherinnen - bei der Betreuung ihrer erkrankten Kinder zu unterstützen und
2. Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen und ihnen den Wiedereinstieg in den Beruf (z.B. nach langer Arbeitslosigkeit) zu ermöglichen.
Begonnen wurde der Dienst zuerst als Projekt - gefördert über die „Aktion 8000“.
Nach 2 Jahren wurde das Pilotprojekt in einen regulären Sozialen Dienst umgewandelt.
- 1977 - 1984: Wohnberatung
In Anlehnung an die in den 50er Jahren so erfolgreich organisierte Dauerausstellung „Die Frau und ihre Wohnung“ und die verschiedenen Wanderausstellungen wurde von 1977 bis 1984 vom Verein eine kostenlose Wohnberatung angeboten. Im Mittelpunkt der Beratung standen Fragen des funktionalen und zweckmäßigen Wohnens. Der Verein war mit diesem Angebot auch auf verschiedenen Messen vertreten.
- 1979: Familien- und Partnerberatungsstellen
Im Februar 1979 erweiterte der Verein „Die Frau und ihre Wohnung“ sein Angebot um eine Familien- und Partnerberatungsstelle in Wien Penzing. Kurze Zeit später wurde eine zweite Beratungsstelle in Wien Simmering eingerichtet.
Die Motivation lag u.a. auch in dem Bestreben, die diesbezüglichen Initiativen nicht allein katholischen Vereinen zu überlassen, sondern davon unabhängige Akzente zu setzen.
Das Ziel der Familien- und Partnerberatungsstellen war, eine begleitende Maßnahme zur Abschaffung des § 144 zu setzen und so einer etwaigen hohen Zahl von Schwangerschaftsunterbrechungen entgegenzuwirken. In der Folgezeit hat sich der Aufgabenbereich jedoch verlagert, und die Beratungen im Zusammenhang mit Schwangerschaftsunterbrechung sind in den Hintergrund getreten.
- 1996 - 1997: Rund um’s Auto
Am 16.9.1996 wurde das einjährige EU-geförderte Projekt „Rund um’s Auto“ in Zusammenarbeit mit dem Funkfahrtendienst Haas gestartet.
Unter Anleitung von diplomierten SozialarbeiterInnen wurde es 14 behinderten Jugendlichen ermöglicht, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen, bei der sie ihre eigenen Fähigkeiten erfahren und trainieren konnten.
Nach Abschluss des Projekts konnten für acht TeilnehmerInnen weitere Beschäftigungs- bzw. Ausbildungsmöglichkeiten gefunden werden.
- 1997: Senior Plus
Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes „URBAN Wien“ wurde in Zusammenarbeit mit SOZIAL GLOBAL und der MA 47 das Teilprojekt „Senior Plus“ eingerichtet. Ziel dieses Projektes ist, die Lebensqualität der in der Gürtelregion lebenden älteren Menschen mit Angeboten, wie z.B. „mobile Seniorenberatung“, Gesprächsrunden, Informationsveranstaltungen für Senioren, etc. zu verbessern.
- 1997 - 2007: HomeService
Am 1. Oktober 1997 wurde das Projekt „HomeService“ als Pilotprojekt gestartet.
Es ist eine gemeinsame Initiative des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds und des Arbeitsmarktservice Wien, durchgeführt von SOZIAL GLOBAL.
Ziel des Projektes ist es, Arbeitsplätze im Bereich der haushaltsbezogenen Dienstleistungen zu schaffen und damit Langzeitarbeitslosen, Wieder-einsteigerinnen und Frauen mit Kinderbetreuungspflichten den beruflichen Wiedereinstieg in ein Dienstverhältnis mit arbeits- und sozialrechtlicher Sicherheit zu ermöglichen.
Das Projekt HomeService wurde Ende 2007 eingestellt.
- 2001: Auslagerung des operativen Bereichs in die SOZIAL GLOBAL Aktiengesellschaft
- 2004: SOZIAL GLOBAL Terra
Im November 2004 wurde SOZIAL GLOBAL Terra – Beratungszentrum für ältere Migrantinnen und Migranten ins Leben gerufen.
Diese Beratungsstelle ist eine fachlich und sprachlich kompetente Anlaufstelle für ältere MigrantInnen. Im Sinne einer Erstberatungs- und Clearingstelle werden mit den KlientInnen Fragen zu verschiedensten Themenbereichen erörtert, und es wird der Kontakt zu zuständigen Einrichtungen hergestellt. Die KlientInnen erhalten in ihrer Muttersprache Orientierungshilfen im “Behörden- und Beratungsstellen-dschungel” und werden, wenn dies aus fachlicher Sicht angebracht ist, im weiteren Fallverlauf begleitet und unterstützt. Neben den Themen, die allgemein für ältere Menschen mit Migrationserfahrungen zutreffen (Sprachprobleme, existentielle Fragen, Pensionsfragen, Beihilfen, Pflege und Betreuung, etc.), haben sich für unsere Zielgruppe häufig spezielle Frauenthemen als besonders relevant erwiesen. Auf diese Thematik legen wir im Rahmen unserer Einrichtung besonderes Augenmerk.